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Da es nun doch einige
Anfragen zum Dachzelt gegeben hat möchte ich hier einige ausführlichere
Informationen reinsetzen.
Warum
Dachzelt?
Der derzeitige Ausbau
basiert auf einschlägigen Erfahrungen mit Autotouren durch die verschiedensten
Gebiete dieses Kontinents incl. Schlafen im Auto. Dazu kann man stehen wie man
will, mir gefällt diese Art zu reisen jedenfalls. Meine ersten Erfahrungen
machte ich mit dem guten, alten Bulli, auf den ich mir mein altes Zweimannzelt
raufbastelte und es somit für vier Personen völlig ausreichte. Inzwischen hat
sich einiges geändert, auch die Familiensituation und die Preise für einen
VW-Bus, wie auch Reparaturen an evtl. älteren Fahrzeugen. Es mussten also
andere Lösungen her. Eine ziemlich gute Lösung war dann der Libero von Subaro
mit Drehsitzen und allem Pi-Pa-Po. Für zwei Personen ein hervorragendes,
fahrendes Zweimannzelt. Da der dann auch noch Allrad hatte konnte man z.B. Island --
bis auf die Flussdurchquerungen -- super absolvieren. Und dies bei Wind und Wetter.
Nun wurde ein neues
Basisfahrzeug gesucht und da ist die Auswahl nicht allzu groß, wenn man doch
etwas mehr machen möchte als "nur" fahren und trotzdem das Fahrzeug
bezahlbar sein soll. Da das Fahrzeug aber auch als Pkw sehr gut zu nutzen sein
soll fiel die Wahl dann auf den Berlingo 2.0HDI. Dieses Fahrzeug hat dann auch
das große Faltschiebedach mit einer Öffnung von 1,10 x 0,70m, also direkt
prädestiniert zum hochsteigen in´s Dachzelt. Die einzige Änderung, die wir an
diesem Fahrzeug machten, war der Einbau der Drehsitze bei Zooom (http://zooom.biz). Des weiteren
spendierten wir ihm auch eine Standheizung, die im Winter das absolute Highlight
ist (Ist bis jetzt nur für den Normal-Pkw-Betrieb gebraucht worden) und eine
zweite Batterie.
Nun zum Schlafen:
Grundsätzlich können zwei Mann im Berlingo schlafen, dazu gibt es auch
diverse Lösungen z.B. unter
www.berlingo.info.
Unsere Lösung bestand aus zwei Klappliegen z.B. von Fritz Berger (Typ
"Zweibeinliege" Stk. 32,99€). Geht eigentlich gut aber ist
eben ein tüchtiges hin und her vorm Schlafengehen. Außerdem stellten wir
fest, dass das Fahrzeug morgens relativ nass von innen ist und das das
Problem auch mit Fensterspalt nicht befriedigend gelöst werden konnte. Und man braucht dazu
die vollständige Rücksitzbank. Wir möchten aber 1/3 der Rücksitzbank
draußen lassen um besser an das Gepäck heran zu kommen und überhaupt
ein etwas geräumigeres Fahrzeug zu haben.
Lösung
Dachzelt
Besser ist nun die
Lösung des Schlafens auf dem Dach. Dazu besorgten wir uns das Freelife
(früher Tropical) von der Fa. Autocamp (2,15
x
1,40m; 1500,00€ (2004)- www.autocamp.de -). Der
Vorteil ist die vollständige ABS-Acrylkunststoffschale, also kein
Glasfaser. Dieser Werkstoff ist bruchfest und es kann auch ein Ausschnitt
ausgesägt werden, ohne dass die Schale reißt oder bricht. Außerdem ist
das Zelt herausnehmbar und damit trocken während der Winterzeit zu
lagern. Wir ließen uns den Ausschnitt 1,10 x 0,70m aus der Plastikschale
ausschneiden (50,-€ incl. Anzeichnen).
Wer handwerklich begabt ist und das Risiko einzugehen wagt, kann auch mit
einer Stichsäge den Ausschnitt selber ohne weiteres
bewerkstelligen. Dieser Ausschnitt hat auch den Vorteil, dass das Dachzelt
viel leichter zu transportieren ist, denn das Ausgangsgewicht mit
ca. 65kg (incl. Matratze und Lattenrost) ist nicht zu unterschätzen (Wie
auch die Abmaße). Zum
Transportieren in den Keller kommt natürlich Matratze und
Lattenrost raus und der Rest
ist nun wirklich zu Händeln. Wer sich das kleinere Modell (2,00 x 1,25m)
zulegt, spart von vornherein 20kg ein. Wie viel Platz bei dem kleineren
Modell oben dann tatsächlich ist, können wir nicht einschätzen, jedoch
haben wir die große Schale bis jetzt nicht bereut. Das erste Problem, das
wir nun lösen mussten, war den Ausschnitt während der Fahrt wieder zu
verschließen. Für uns bestand die einfachste Lösung darin, den
Ausschnitt mittels Dachstoffplane und Klettverschluss zu überdecken.
Funktioniert tadellos und ist wasserdicht gegenüber Spritzwasser.
Das
nächste zu lösende Problem war die Aufteilung des Lattenrostes, denn
erstens muss der aus Gewichtsgründen und um den Dachausschnitt nicht zu
versperren, herausnehmbar sein. Zum zweiten muss gewährleistet sein,
dass man einzeln hoch und runter kann und dies zu jeder Zeit. Zur
Hilfe kam hier der integrierte Alurahmen in der Dachschale, da man auf
diesem die Lattenroste platzieren kann. Damit wird gleichzeitig die
Belastung auf die Plastikschale enorm verringert. Wie wir die
Roste zurecht gebastelt haben, ist besser auf den Fotos zu sehen, als
hier zu erklären. Entsprechend werden auch die Matratzenteile aus
der großen Matratze zurecht geschnitten. Alles eigentlich kein Problem.
Zwischen
Autodach und Dachzelt
Etwas
komplizierter gestaltete sich das Problem des Zwischenraums zwischen
Autodach und Dachzeltboden. Hier überlegten wir hin und her und hatten
die verschiedensten Lösungen im Kopf. Als die Lösung, die den meisten
Kompromissen genügte, erwies sich die Sperrholzvariante. Besser wäre
hier bestimmt eine Plastikschale (z. B. Acryl) drum herum, jedoch fehlen uns
dazu Mittel und Möglichkeiten. Wir nahmen also dazu 10mm dickes,
behandeltes Sperrholz, welches wir entsprechend der Dachform zurecht sägten.
(Ein bisschen eine Fummelarbeit, aber machbar.) Das ganze wurde so
aufbereitet, dass es mit 6 Schrauben recht schnell auf- und
abzubauen geht und trotzdem stabil ist. Im Prinzip wird damit auch das
Problem des Dachschließens während des Schlafens geklärt, denn durch
das Sperrholz kann man so ohne weiteres nicht hindurchgreifen und damit
kann das Schiebedach geöffnet bleiben. Um Kratzer auf dem Fahrzeugdach
und ähnliches zu vermeiden muss dafür gesorgt werden, dass das Sperrholz
wirklich freitragend ist und nicht als zusätzliche Stütze des Dachzelts
auf dem Autodach dient. Außerdem haben wir noch eine Runde Gummipuffer auf der Unterkante des Sperrholzes,
bestehend aus Türdichtgummi (VW Polo), befestigt
um damit noch zusätzlich Dichtheit und Karosserieschutz zu gewährleisten.
Ein kleines
Schmankerle ist dann noch das Sonnendach, welches mittels Kederleiste
ebenfalls an den Dachzeltschienen befestigt wird. Damit regnet es
definitiv nicht in Richtung Auto und wir brauchen dann auch keine
komplizierte Konstruktion an der Dachbox.
Erfahrungen
Nun
noch einige Erfahrungen während der Fahrt. Bei den bisherigen Autofahrten auf
der Autobahn sind 130km/h ohne weiteres drin. Bei Landstraße und Stadt waren überhaupt
keine Unterschiede zu merken. Windgeräusche sind allerdings stärker zu
hören als ohne Dachzelt, für uns aber tolerabel. Der Mehrverbrauch
liegt im Bereich von 2,0l bis 2,5l / 100km (bei 130-140km/h). Wir haben auf unserer
großen Norwegentour festgestellt,
dass man auch super mit der Verkleidung zwischen Dach und Zelt fahren kann
und haben diese dann nicht mehr abgebaut. Dies gab im Auto immer ein
hervorragendes Klima (Schiebedach blieb auf), die Windgeräusche gab´s
auch nicht mehr und man sparte nochmals Zeit für´s Auf- und Abbauen.
Beim Schlafen findet immer ein ausreichender Luftaustausch statt, so dass
das Auto innen trocken bleibt und auch im Zelt ist durch den Airtexstoff
immer eine Membranwirkung vorhanden. Auf
alle Fälle hat sich das ganze super bewährt und dient uns tatsächlich
als eine preiswerte Variante eines Miniwohnmobils.
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