erstellt von Ingrid und Heino Gräf    September 2010      

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      Dachzelt

       

     
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Da es nun doch einige Anfragen zum Dachzelt gegeben hat möchte ich hier einige ausführlichere Informationen reinsetzen.

Warum Dachzelt?

Der derzeitige Ausbau basiert auf einschlägigen Erfahrungen mit Autotouren durch die verschiedensten Gebiete dieses Kontinents incl. Schlafen im Auto. Dazu kann man stehen wie man will, mir gefällt diese Art zu reisen jedenfalls. Meine ersten Erfahrungen machte ich mit dem guten, alten Bulli, auf den ich mir mein altes Zweimannzelt raufbastelte und es somit für vier Personen völlig ausreichte. Inzwischen hat sich einiges geändert, auch die Familiensituation und die Preise für einen VW-Bus, wie auch Reparaturen an evtl. älteren Fahrzeugen. Es mussten also andere Lösungen her. Eine ziemlich gute Lösung war dann der Libero von Subaro mit Drehsitzen und allem Pi-Pa-Po. Für zwei Personen ein hervorragendes, fahrendes Zweimannzelt. Da der dann auch noch Allrad hatte konnte man z.B. Island -- bis auf die Flussdurchquerungen -- super absolvieren. Und dies bei Wind und Wetter.

Nun wurde ein neues Basisfahrzeug gesucht und da ist die Auswahl nicht allzu groß, wenn man doch etwas mehr machen möchte als "nur" fahren und trotzdem das Fahrzeug bezahlbar sein soll. Da das Fahrzeug aber auch als Pkw sehr gut zu nutzen sein soll fiel die Wahl dann auf den Berlingo 2.0HDI. Dieses Fahrzeug hat dann auch das große Faltschiebedach mit einer Öffnung von 1,10 x 0,70m, also direkt prädestiniert zum hochsteigen in´s Dachzelt. Die einzige Änderung, die wir an diesem Fahrzeug machten, war der Einbau der Drehsitze bei Zooom (http://zooom.biz). Des weiteren spendierten wir ihm auch eine Standheizung, die im Winter das absolute Highlight ist (Ist bis jetzt nur für den Normal-Pkw-Betrieb gebraucht worden) und eine zweite Batterie. 

Nun zum Schlafen: Grundsätzlich können zwei Mann im Berlingo schlafen, dazu gibt es auch diverse Lösungen z.B. unter www.berlingo.info. Unsere Lösung bestand aus zwei Klappliegen z.B. von Fritz Berger (Typ "Zweibeinliege" Stk. 32,99€). Geht eigentlich gut aber ist eben ein tüchtiges hin und her vorm Schlafengehen. Außerdem stellten wir fest, dass das Fahrzeug morgens relativ nass von innen ist und das das Problem auch mit Fensterspalt nicht befriedigend gelöst werden konnte. Und man braucht dazu die vollständige Rücksitzbank. Wir möchten aber 1/3 der Rücksitzbank draußen lassen um besser an das Gepäck heran zu kommen und überhaupt ein etwas geräumigeres Fahrzeug zu haben.

Lösung Dachzelt

Besser ist nun die Lösung des Schlafens auf dem Dach. Dazu besorgten wir uns das Freelife (früher Tropical) von der Fa. Autocamp (2,15 x 1,40m; 1500,00€ (2004)- www.autocamp.de -). Der Vorteil ist die vollständige ABS-Acrylkunststoffschale, also kein Glasfaser. Dieser Werkstoff ist bruchfest und es kann auch ein Ausschnitt ausgesägt werden, ohne dass die Schale reißt oder bricht. Außerdem ist das Zelt herausnehmbar und damit trocken  während der Winterzeit zu lagern. Wir ließen uns den Ausschnitt 1,10 x 0,70m aus der Plastikschale ausschneiden (50,-€ incl. Anzeichnen). Wer handwerklich begabt ist und das Risiko einzugehen wagt, kann auch mit einer Stichsäge den Ausschnitt selber ohne weiteres bewerkstelligen. Dieser Ausschnitt hat auch den Vorteil, dass das Dachzelt viel leichter zu transportieren ist, denn das Ausgangsgewicht mit ca. 65kg (incl. Matratze und Lattenrost) ist nicht zu unterschätzen (Wie auch die Abmaße). Zum Transportieren in den Keller kommt natürlich  Matratze und Lattenrost raus und der Rest ist nun wirklich zu Händeln. Wer sich das kleinere Modell (2,00 x 1,25m) zulegt, spart von vornherein 20kg ein. Wie viel Platz bei dem kleineren Modell oben dann tatsächlich ist, können wir nicht einschätzen, jedoch haben wir die große Schale bis jetzt nicht bereut.  Das erste Problem, das wir nun lösen mussten, war den Ausschnitt während der Fahrt wieder zu verschließen. Für uns bestand die einfachste Lösung darin, den Ausschnitt mittels Dachstoffplane und Klettverschluss zu überdecken. Funktioniert tadellos und ist wasserdicht gegenüber Spritzwasser. 

Das nächste zu lösende Problem war die Aufteilung des Lattenrostes, denn erstens muss der aus Gewichtsgründen und um den Dachausschnitt nicht zu versperren, herausnehmbar sein. Zum zweiten muss gewährleistet sein, dass man einzeln hoch und runter kann und dies zu jeder Zeit.  Zur Hilfe kam hier der integrierte Alurahmen in der Dachschale, da man auf diesem die Lattenroste platzieren kann. Damit wird gleichzeitig die Belastung auf die Plastikschale enorm verringert. Wie wir die Roste zurecht gebastelt haben, ist besser auf den Fotos zu sehen, als  hier zu erklären. Entsprechend werden auch die Matratzenteile aus der großen Matratze zurecht geschnitten. Alles eigentlich kein Problem.

Zwischen Autodach und Dachzelt

Etwas komplizierter gestaltete sich das Problem des Zwischenraums zwischen Autodach und Dachzeltboden. Hier überlegten wir hin und her und hatten die verschiedensten Lösungen im Kopf. Als die Lösung, die den meisten Kompromissen genügte, erwies sich die Sperrholzvariante. Besser wäre hier bestimmt eine Plastikschale (z. B. Acryl) drum herum, jedoch fehlen uns dazu Mittel und Möglichkeiten. Wir nahmen also dazu 10mm dickes, behandeltes Sperrholz, welches wir entsprechend der Dachform zurecht sägten. (Ein bisschen eine Fummelarbeit, aber machbar.) Das ganze wurde so aufbereitet, dass es mit 6 Schrauben recht schnell auf- und abzubauen geht  und trotzdem stabil ist. Im Prinzip wird damit auch das Problem des Dachschließens während des Schlafens geklärt, denn durch das Sperrholz kann man so ohne weiteres nicht hindurchgreifen und damit kann das Schiebedach geöffnet bleiben. Um Kratzer auf dem Fahrzeugdach und ähnliches zu vermeiden muss dafür gesorgt werden, dass das Sperrholz wirklich freitragend ist und nicht als zusätzliche Stütze des Dachzelts auf dem Autodach dient. Außerdem haben wir noch eine Runde Gummipuffer auf der Unterkante des Sperrholzes, bestehend aus Türdichtgummi (VW Polo), befestigt um damit noch zusätzlich Dichtheit und Karosserieschutz zu gewährleisten.

Ein kleines Schmankerle ist dann noch das Sonnendach, welches mittels Kederleiste ebenfalls an den Dachzeltschienen befestigt wird. Damit regnet es definitiv nicht in Richtung Auto und wir brauchen dann auch keine komplizierte Konstruktion an der Dachbox.

Erfahrungen

Nun noch einige Erfahrungen während der Fahrt. Bei den bisherigen Autofahrten auf der Autobahn sind 130km/h ohne weiteres drin. Bei Landstraße und Stadt waren überhaupt keine Unterschiede zu merken. Windgeräusche sind allerdings stärker zu hören als ohne Dachzelt, für uns aber tolerabel. Der  Mehrverbrauch liegt im Bereich von 2,0l bis 2,5l / 100km (bei 130-140km/h). Wir haben auf unserer großen Norwegentour festgestellt, dass man auch super mit der Verkleidung zwischen Dach und Zelt fahren kann und haben diese dann nicht mehr abgebaut. Dies gab im Auto immer ein hervorragendes Klima (Schiebedach blieb auf), die Windgeräusche gab´s auch nicht mehr und man sparte nochmals Zeit für´s Auf- und Abbauen. Beim Schlafen findet immer ein ausreichender Luftaustausch statt, so dass das Auto innen trocken bleibt und auch im Zelt ist durch den Airtexstoff immer eine Membranwirkung vorhanden. Auf alle Fälle hat sich das ganze super bewährt und dient uns tatsächlich als eine preiswerte Variante eines Miniwohnmobils. 

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