erstellt von Ingrid und Heino Gräf    September 2010      

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RoutenbeschreibungBilder über IslandBilderalbum von Island

 

 

Island war eine Sommertour mit einem kleinen Subaro-Libero-Minibus, die wir per Schiff begannen. Das ist die einzigste Möglichkeit mit seinem eigenem PKW halbwegs preiswert auf die Insel zu gelangen. Allein schon die Überfahrt, die mehrere Tage dauert und einen Aufenthalt auf den Färöer Inseln einschließt, ist ein Erlebnis der dritten Art. Nun möchte ich hier nicht über die Färöer Inseln schreiben, aber sie sind eine Besichtigung allemale wert. Der 3-Tage Aufenthalt auf der Insel war geradezu perfekt. Hier bietet sich schon ein erster Eindruck, was einem auf einer Nordatlantik-Insel für eine Natur erwartet. Auf der kleinsten Insel der Inselgruppe waren wir dann auch auf einem Vogelfelsen, den man so schnell nicht vergisst. Im Prinzip bewegt man sich zwischen tausenden Papageientauchern, ohne dass sie auch nur im Ansatz versuchen wegzufliegen.

Nach dieser Pause geht es dann weiter nach Island. Auch wir fuhren die Ringstraße ab, so wie es wahrscheinlich die Meisten machen und wählten uns dafür die Nordumfahrung. Der Hafen Seydisfjördur liegt in den Ostfjorden der Insel und so lernten wir den Osten auch als erstes kennen. Die Straße führt so ziemlich bald durch Gelände, wie man es bei uns so nicht kennt. Eigentlich sind es Mondlandschaften, die ihren eigenen Reiz haben. Kein Wunder also, dass die NASA hier ihre Mondlandungen trainierte. Bald kamen wir auch an ein Gehöft vorbei, dass von den anderen Höfen am abgelegensten liegt, nämlich 80km.

An einem Zeltplatz in Raufarhöfn, ziemlich nördlich gelegen, verbrachten wir dann auch unsere erste Nacht direkt am Polarkreis.  Das es nie so richtig dunkel wird ist schon imposant. Die Strände in dieser Gegend sind aus pechschwarzer Vulkanascheerde. Von da ging unsere Tour dann weiter zur Jokulsaschlucht (25km lang, 500m breit, und bis zu 120m tief). Wenn man diese Schlucht entgegen der Strömung weiterverfolgt, sieht man dann auch bald den Dettifoss, Europas größten Wasserfall (bis zu 1500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und 120.000 t Gesteinsschutt plätschern dort herunter). Der Weg führt uns dann bald zu einer neuen Attraktion: dem Geothermiefeld Reykjahlid. Hier kocht und brodelt es nur so, dass man denken könnte, die Erde bricht hier auseinander. Ist ja auch so, denn durch dieses Gebiet verläuft die Dehnungsspalte zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte. An dieser Stelle sind auch Magmaausströmungen am wahrscheinlichsten, die letzte war erst 1984. Von diesem Ausbruch dampft heute noch die Erde und es ist schon ein eigenartiges Gefühl wenn einem die Sohlen unter den Füßen warm werden. Weiter führte uns die Straße an der "Lavastadt" Dimmurborgir (dunkle Burgen) vorbei zum Myvatn-See, dem Mückensee. Am Mückensee fliegen unendlich viele Mücken umher, die natürlich auch andere Tiere, insbesondere Vögel anziehen. Andererseits schwirren einem ständig Mücken ums Gesicht, dass man kaum tief atmen kann.

Ein Besuch in der Stadt Akureyri lohnt sich allemal, da sie zum einen auf der Strecke liegt und zum anderen die größte Stadt des Nordens ist. Die Fahrt ging dann weiter in Richtung Hindisvik-Bucht, wo wir Seehunde beobachten wollten. Diese bekamen wir dann auch in ausreichender Zahl zu sehen. Auf dem Weg zu den Buchten, wo man am besten Beobachtungen durchführen kann warnen einen regelmäßig Schilder über angreifende Möven. Diese Schilder stehen tatsächlich nicht umsonst da und man ist gut beraten sich einen Stock zur Abwehr dieser Vögel mit zu nehmen - Hitchkock lässt grüßen. Vorher übernachteten wir jedoch auf dem Zeltplatz Hvammastangi auf der Halbinsel Vatnsnes. Die Zeltplätze in Island haben durchweg einen eurpäischen Standart und sind bezahlbar. Es kann durchaus passieren, dass man an Zeltplätzen überhaupt nichts zahlen muss. Trotzdem gibt es dort warmes Wasser und funktionierende Toiletten. 

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Die Tour führte uns weiter durch Reykjavik, der isländischen Hauptstadt mit 250.000 Einwohnern, was 60% der isländischen Bevölkerung ausmacht. Wir dehnten den Besuch in der Hauptstadt nicht unnötig aus, sahen uns aber doch die modernistische Hauptkirche Hallgrimskirkja an. Weiter sahen wir uns die Volcano Filmshow an, die über Island und den geologischen Besonderheiten sehr Interessantes vermittelte. Die Filme laufen dort in verschiedenen Sprachen. Die Islandtour unterbrachen wir für drei Tage mit einem Abstecher nach Grönland, einer nicht unumstrittenen Tour.

Aus Grönland zurückgekehrt sahen wir uns das Hochtal Sveifluhals an. In diesem Gebiet kann man ausgiebige Wanderungen unternehmen und sich anschließend das Geothermiefeld mit dem Bohrloch Selturn besichtigen. Ein Höhepunkt in dieser Gegend ist das Thermalbad Blaa Lonid, die blaue Lagune. Dort kann man im Kühlwasserbecken des geothermischen Wärmekraftwerks ein ausgiebiges Bad nehmen, muss allerdings dafür horrende Eintritte bezahlen. Wir zogen es vor in kleineren Thermalbädern zu baden, die es überall auf der Insel gibt und um ein Vielfaches preiswerter sind. Unsere Tour führte uns dann weiter zur Halbinsel Snaefellsnes. Dort gibt es den Snaefellsjökull, einen Gletscher, zu sehen, den Jules Verne zu seiner Reise zum Mittelpunkt der Erde auserkoren hatte, obwohl er nie dort war. Die Halbinsel ist in so fern interessant, als dass man dort eine kilometerlange Basaltsäulenmauer betrachten kann und dort eine wunderbare kohlensäurehaltige Quelle zu finden ist, deren Wasser herrlich erfrischend ist. Leider lohnt es sich nicht das Wasser abzufüllen und mit zu nehmen, denn schon nach kurzer Zeit schmeckt es ganz und gar nicht mehr erfrischend.

Nun ging unsere Tour in den zentralen Teil der isländischen Geschichte, zum Althing, dem isländischen Urparlament. Da diese Stelle an der Dehnungsspalte Almannagja liegt und also dort die Erde tatsächlich auseinanderdriftet ist hier  wieder geothermische Aktivität allgegenwärtig. Heiße Badeseen, Quellen, Natursaunen etc. zeugen davon. Insofern ist dann auch das Lavafeld Hallmundarhraun eine kleine Sensation. An der Oberfläche ist das Lavafeld total eben aber darunter ging es wohl sehr heiß zu, denn während die Oberfläche schon erkaltet war, flossen die Lavamassen darunter noch hin  und her, so dass dort ein gigantisches Höhlensystem entstanden ist. Da durch zu laufen hat dann schon einen gewissen Kick, zumal wenn man seine Taschenlampe nicht dabei hat.

Weiter gehts zum Geothermiefeld Haukaladur. Dort gibt es den weltbekannten Geysir zu sehen, nachdem alle anderen Dampffontänen wohl benannt wurden. Zu mindestens weiß man, was damit gemeint ist. Das islandische "Original" heißt jedenfalls so und spuckte damals seine Wassermengen ca. 60m!! hoch. Heute ist nur noch der Strokkur aktiv, mit ca. 20m "Spuckhöhe", was jedoch nicht weniger imposant ist. Ganz in der Nähe befindet sich der "Guldafoss", für mich der schönste Wasserfall auf der Insel. Insgesamt fällt hier das Wasser  32m tief, allerdings über verschiedene Kaskaden verteilt. Fährt man nun weiter östlich, so kann man einen ausgegrabenen Wikingerhof besichtigen, der deshalb interessant ist, weil er von dem noch heute aktiven Vulkan Hekla verschüttet wurde und seine Asche noch in der Luft zu Bimsasche erkaltete und deshalb den Hof zwar unter sich vergrub aber nicht zerdrückte. Die Isländer haben daraus eine kleine Touristenattraktion gemacht und den Hof an einer besser zugänglichen Stelle neu errichtet. Es lohnt sich schon, die Lebensweise der Wikinger mal zu erleben. 

Einem Abstecher zu den Westermännerinseln konnten wir uns nicht entziehen. Diese Inseln gerieten schon mehrfach in die Schlagzeilen. Zum einen gab es 1973 einen derart großen Vulkanausbruch auf der Hauptinsel, so dass die Gefahr bestand, dass das gesamte Dörfchen Heimaey hätte unter den Lavamassen begraben werden können und zum anderen entstand 1967 eine neue Insel aus lang andauernden Vulkanausbrüchen, so dass die Weltatlanten neu gestaltet werden mussten. Die Reste der Lavamassen über Heimaey und damit eingedrückte Häuser zu sehen war schon ein eingehendes Erlebnis. Ansonsten lässt es sich auf der Insel gut wandern. Wieder zurück auf die eigentliche Insel gelangt, ging es dann die Ringstraße weiter auf der südöstlichen Route. Eine der beeindruckensten Gebiete  lag nun vor uns: Der Nationalpark "Skaftafell".

Diesen Park zu besuchen lohnt sich auf alle Fälle. Hier sind so ausgedehnte Wandergebiete zu finden, die abwechslungsreicher nicht sein können. Wanderungen durch grüne Landschaften bis an Gletscherzungen heranreichend vorbei an dem orgelpfeifenartigen Wasserfall "Svartifoss". Eine Hauptattraktion in diesem Nationalpark ist ein Hängegletscher. An der Ringstraße zum Nationalpark werden die isländischen Probleme im Straßenbau sichtbar. Man fährt über eine fast provisorisch hergerichtete Kilometer lange Brücke aus Stahlplatten. Später erfuhren wir, dass dieses bewusst so sein soll, da regelmäßig die Gefahr besteht, dass diese Brücke durch die enormen Gletschermassen bei Schneeschmelze weggespült wird, wie zuletzt 1996 geschehen.

Die Rundtour um Island fand nun allmählich ihr Ende, in dem es nun zu den Ostfjorden ging. Auch diese Ecke hat ihre Reize, denn die Straße wurde in die Hänge hineingearbeitet und so fährt man permanent an Abgründen lang. Hier findet sich das älteste Gestein der Insel, denn wie schon beschrieben driftet Island auseinander und dehnt sich so immer mehr aus. An den Ostfjorden wartete nun wieder unser Schiff, die Norröna, die uns nun in drei Tagen nach Dänemark brachte.

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