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Island
war eine Sommertour mit einem kleinen Subaro-Libero-Minibus, die wir per
Schiff begannen. Das ist die einzigste Möglichkeit mit seinem eigenem PKW
halbwegs preiswert auf die Insel zu gelangen. Allein schon die Überfahrt,
die mehrere Tage dauert und einen Aufenthalt auf den Färöer Inseln
einschließt, ist ein Erlebnis der dritten Art. Nun möchte ich hier nicht
über die Färöer Inseln schreiben, aber sie sind eine Besichtigung
allemale wert. Der 3-Tage Aufenthalt auf der Insel war geradezu perfekt.
Hier bietet sich schon ein erster Eindruck, was einem auf einer
Nordatlantik-Insel für eine Natur erwartet. Auf der kleinsten Insel der
Inselgruppe waren wir dann auch auf einem Vogelfelsen, den man so schnell
nicht vergisst. Im Prinzip bewegt man sich zwischen tausenden
Papageientauchern, ohne dass sie auch nur im Ansatz versuchen
wegzufliegen.
Nach
dieser Pause geht es dann weiter nach Island. Auch wir fuhren die
Ringstraße ab, so wie es wahrscheinlich die Meisten machen und wählten
uns dafür die Nordumfahrung. Der Hafen Seydisfjördur liegt in den
Ostfjorden der Insel und so lernten wir den Osten auch als erstes kennen.
Die Straße führt so ziemlich bald durch Gelände, wie man es bei uns so
nicht kennt. Eigentlich sind es Mondlandschaften, die ihren eigenen Reiz
haben. Kein Wunder also, dass die NASA hier ihre Mondlandungen trainierte. Bald kamen wir auch an ein Gehöft vorbei, dass von den
anderen Höfen am abgelegensten liegt, nämlich 80km.
An
einem Zeltplatz in Raufarhöfn, ziemlich nördlich gelegen, verbrachten
wir dann auch
unsere erste Nacht direkt am Polarkreis. Das es nie so richtig
dunkel wird ist schon imposant. Die Strände in dieser Gegend sind aus
pechschwarzer Vulkanascheerde. Von da ging unsere Tour dann weiter zur
Jokulsaschlucht (25km lang, 500m breit, und bis zu 120m tief). Wenn man
diese Schlucht entgegen der Strömung weiterverfolgt, sieht man dann auch
bald den Dettifoss, Europas größten Wasserfall (bis zu 1500 Kubikmeter
Wasser pro Sekunde und 120.000 t Gesteinsschutt plätschern dort
herunter). Der Weg führt uns dann bald zu einer neuen Attraktion: dem
Geothermiefeld Reykjahlid. Hier kocht und brodelt es nur so, dass man
denken könnte, die Erde bricht hier auseinander. Ist ja auch so, denn
durch dieses Gebiet verläuft die Dehnungsspalte zwischen der
Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte. An dieser Stelle sind auch
Magmaausströmungen am wahrscheinlichsten, die letzte war erst 1984. Von
diesem Ausbruch dampft heute noch die Erde und es ist schon
ein
eigenartiges Gefühl wenn einem die Sohlen unter den Füßen warm
werden. Weiter führte uns die Straße an der "Lavastadt"
Dimmurborgir (dunkle Burgen) vorbei zum Myvatn-See, dem Mückensee. Am
Mückensee fliegen unendlich viele Mücken umher, die natürlich auch
andere Tiere, insbesondere Vögel anziehen. Andererseits schwirren einem
ständig Mücken ums Gesicht, dass man kaum tief atmen kann.
Ein
Besuch in der Stadt Akureyri lohnt sich allemal, da sie zum einen auf der
Strecke liegt und zum anderen die größte Stadt des Nordens ist. Die
Fahrt ging dann weiter in Richtung Hindisvik-Bucht, wo wir Seehunde
beobachten wollten. Diese bekamen wir dann auch in ausreichender Zahl zu
sehen. Auf dem Weg zu den Buchten, wo man am besten Beobachtungen
durchführen kann warnen einen regelmäßig Schilder über angreifende
Möven. Diese Schilder stehen tatsächlich nicht umsonst da und man ist
gut beraten sich einen Stock zur Abwehr dieser Vögel mit zu nehmen -
Hitchkock lässt grüßen. Vorher übernachteten wir jedoch auf dem Zeltplatz Hvammastangi
auf der Halbinsel Vatnsnes. Die Zeltplätze in Island haben durchweg einen
eurpäischen Standart und sind bezahlbar. Es kann durchaus passieren,
dass man an Zeltplätzen überhaupt nichts zahlen muss. Trotzdem gibt es
dort warmes Wasser und funktionierende Toiletten.
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Die
Tour führte uns weiter durch Reykjavik, der isländischen Hauptstadt mit
250.000 Einwohnern, was 60% der isländischen Bevölkerung ausmacht. Wir
dehnten den Besuch in der Hauptstadt nicht unnötig aus, sahen uns aber
doch die modernistische Hauptkirche Hallgrimskirkja an. Weiter sahen wir
uns die Volcano Filmshow an, die über Island und den geologischen
Besonderheiten sehr Interessantes vermittelte. Die Filme laufen dort in
verschiedenen Sprachen. Die Islandtour unterbrachen wir für drei Tage mit
einem Abstecher nach Grönland, einer nicht unumstrittenen Tour.
Aus
Grönland zurückgekehrt sahen wir uns das Hochtal Sveifluhals an. In
diesem Gebiet kann man ausgiebige Wanderungen unternehmen und sich
anschließend das
Geothermiefeld mit dem Bohrloch Selturn besichtigen. Ein
Höhepunkt in dieser Gegend ist das Thermalbad Blaa Lonid, die
blaue Lagune. Dort kann man im Kühlwasserbecken des geothermischen
Wärmekraftwerks ein ausgiebiges Bad nehmen, muss allerdings dafür
horrende Eintritte bezahlen. Wir zogen es vor in kleineren Thermalbädern
zu baden, die es überall auf der Insel gibt und um ein Vielfaches
preiswerter sind. Unsere Tour führte uns dann
weiter zur Halbinsel Snaefellsnes. Dort gibt es den Snaefellsjökull,
einen Gletscher, zu
sehen, den Jules Verne zu seiner Reise zum Mittelpunkt der Erde auserkoren
hatte, obwohl er nie dort war. Die Halbinsel ist in so fern interessant,
als dass man dort eine kilometerlange Basaltsäulenmauer betrachten kann
und dort eine wunderbare kohlensäurehaltige Quelle zu finden ist, deren
Wasser herrlich erfrischend ist. Leider lohnt es sich nicht das
Wasser abzufüllen und mit zu nehmen, denn schon nach kurzer Zeit schmeckt
es ganz und gar nicht mehr erfrischend.
Nun
ging unsere Tour in den zentralen Teil der isländischen Geschichte, zum
Althing, dem isländischen Urparlament. Da diese Stelle an der
Dehnungsspalte Almannagja liegt und also dort
die Erde tatsächlich auseinanderdriftet ist hier wieder
geothermische Aktivität allgegenwärtig.
Heiße Badeseen, Quellen, Natursaunen etc. zeugen davon. Insofern ist dann
auch das Lavafeld
Hallmundarhraun eine kleine Sensation. An der Oberfläche ist das Lavafeld
total eben aber darunter ging es wohl sehr heiß zu, denn während die
Oberfläche schon erkaltet war, flossen die Lavamassen darunter noch
hin und her, so dass dort ein gigantisches Höhlensystem entstanden
ist. Da durch zu laufen hat dann schon einen gewissen Kick, zumal wenn man
seine Taschenlampe nicht dabei hat.
Weiter
gehts zum Geothermiefeld Haukaladur. Dort gibt es den weltbekannten Geysir
zu sehen, nachdem alle anderen Dampffontänen wohl benannt wurden. Zu
mindestens weiß man, was damit gemeint ist. Das islandische
"Original" heißt jedenfalls so und spuckte damals seine
Wassermengen ca. 60m!! hoch. Heute ist nur noch der Strokkur aktiv, mit
ca. 20m "Spuckhöhe", was jedoch nicht weniger imposant ist. Ganz in der
Nähe befindet sich der "Guldafoss", für mich der schönste
Wasserfall auf der Insel. Insgesamt fällt hier das Wasser 32m tief,
allerdings über verschiedene Kaskaden verteilt. Fährt man nun weiter
östlich, so kann man einen ausgegrabenen Wikingerhof besichtigen, der
deshalb interessant ist, weil er von dem noch heute aktiven Vulkan Hekla
verschüttet wurde und seine Asche noch in der Luft zu Bimsasche erkaltete
und deshalb den Hof zwar unter sich vergrub aber nicht zerdrückte. Die
Isländer haben daraus eine kleine Touristenattraktion gemacht und den Hof
an einer besser zugänglichen Stelle neu errichtet. Es lohnt sich schon,
die Lebensweise der Wikinger mal zu erleben.
Einem
Abstecher zu den Westermännerinseln konnten wir uns nicht entziehen.
Diese Inseln gerieten schon mehrfach in die Schlagzeilen. Zum einen gab es
1973 einen derart großen Vulkanausbruch auf der Hauptinsel, so dass die
Gefahr bestand, dass das gesamte Dörfchen Heimaey hätte unter den
Lavamassen begraben werden können und zum anderen entstand 1967 eine neue
Insel aus lang andauernden Vulkanausbrüchen, so dass die Weltatlanten neu
gestaltet werden mussten. Die Reste der Lavamassen über Heimaey und damit
eingedrückte Häuser zu sehen war schon ein eingehendes Erlebnis.
Ansonsten lässt es sich auf der Insel gut wandern. Wieder zurück auf die
eigentliche Insel gelangt, ging es dann die Ringstraße weiter auf der
südöstlichen Route. Eine der beeindruckensten Gebiete lag nun vor
uns: Der Nationalpark "Skaftafell".
Diesen
Park zu besuchen lohnt sich auf alle Fälle. Hier sind so ausgedehnte
Wandergebiete zu finden, die abwechslungsreicher nicht sein können.
Wanderungen durch grüne Landschaften bis an Gletscherzungen heranreichend
vorbei an dem orgelpfeifenartigen Wasserfall "Svartifoss". Eine
Hauptattraktion in diesem Nationalpark ist ein Hängegletscher. An der
Ringstraße zum Nationalpark werden die isländischen Probleme im
Straßenbau sichtbar. Man fährt über eine fast provisorisch
hergerichtete Kilometer lange Brücke aus Stahlplatten. Später erfuhren
wir, dass dieses bewusst so sein soll, da regelmäßig die Gefahr besteht,
dass diese Brücke durch die enormen Gletschermassen bei Schneeschmelze weggespült wird, wie
zuletzt 1996 geschehen.
Die
Rundtour um Island fand nun allmählich ihr Ende, in dem es nun zu den
Ostfjorden ging. Auch diese Ecke hat ihre Reize, denn die Straße wurde in
die Hänge hineingearbeitet und so fährt man permanent an Abgründen
lang. Hier findet sich das älteste Gestein der Insel, denn wie schon
beschrieben driftet Island auseinander und dehnt sich so immer mehr aus.
An den Ostfjorden wartete nun wieder unser Schiff, die Norröna, die uns
nun in drei Tagen nach Dänemark brachte.
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