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Wir
fuhren am 10. Oktober ab Berlin mit einem Subaru Libero und
2 Mountainbikes los.
Über einen Zwischenstopp in den Allgäuer Alpen ging es dann über den Brenner
entlang des Lago di Garda vorbei an Modena nach La Spezia direkt ans Mittelmeer
nach Marina di Massa. Die erste Übernachtungsmöglichkeit war ein Parkplatz
direkt am Mittelmeer und besser als jedes First Class Hotel. Ein kleines
Restaurant mit einer aktzeptablen Pizza reichte für ein erstes Abendessen voll
aus. Das
erste Frühstück in der Toskana mit Blick auf eine leicht stürmische See war
einfach super. Auch das morgendliche Bad im Meer war herrlich
erfrischend.
Weiter
ging es dann nach Lucca. Wir stellten unser Gefährt außerhalb der noch
komplett erhaltenen Stadtmauer ab und radelten hinein in die alte Stadt. Über
verschachtelte kleine Gassen kamen wir
zum Piazza de Napoleone. Umgeben von
uralten Platanen ließen wir uns den Capuccino und unser erstes italienisches
Eis gut schmecken. Ein Muß für Lucca- Besucher ist die Stadtmauer, auf der man
die gesamte Innenstadt
umgehen oder umradeln kann. Ein kleine Sensation ist der Piazza
dell´ Anfiteatro. Er ist auf dem Grundriss
eines altrömischen Amphitheaters gebaut. Die Stadt Lucca war bis 1799 autonome
Stadtrepublik und lebte hauptsächlich von einer ausgeprägten Seidenproduktion.
Auch heute gibt es noch viele kleine Geschäfte, die Selbstgefertigtes
verkaufen.
Unser
nächstes Ziel noch am gleichen Tag war der schiefe Turm von Pisa, der in
Wirklichkeit noch viel schiefer ist als Bilder vermuten lassen. In Pisa
empfiehlt es sich das Auto außerhalb der Stadtmauern stehen zu lassen und die
Stadt per pedes oder per Rad zu erkunden. Vor sicht:
es wird überall gebaut. Auf dem Campo dei Miracoli (Miracoli heißt übrigens
"Wunder" – ist bestimmt nichts Neues) trifft man auf geballte
romanische Baukunst. Das berühmteste Gebäude ist sicherlich der Campanile
(Glockenturm). 8 Stockwerke und 57m hoch, mit einem Überhang von 4,86 Metern
stellen wir uns vor, Galileo bei seinen Fallexperimenten zu beobachten und
mutmaßen, bestimmt zu den gleichen Ergebnissen zu kommen. Der Campus
ist eine wahre Touristenfalle. Anstatt mit einem Originalturm als Lampe oder
anderen mehr oder wenigen geschmackvollen Geschenken wieder zu gehen, verlassen
wir Pisa mit einer original handgearbeiteten afrikanischen Trommel, die wir
gleich am selben Abend heftigst einweihen.
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Vorsicht
vor Marina di Pisa!!!! Wir hatten uns einen romantischen Abend erneut am
Mittelmeer vorgestellt. Allerdings kann man hier nicht direkt am Strand parken.
Außerdem wurden wir in einer am Meer liegenden Pizzeria nicht nur unfreundlich
behandelt, sondern gnadenlos übers Ohr gehauen. 60.- DM leichter und immer noch
leeren Bauches genossen wir aber dennoch das nächtliche Meeresrauschen. Am
nächsten Morgen hatten wir nun genug vom Meer, es zog uns jetzt direkt ins
Landesinnere, um typisches toskanisches Flair zu erleben.
Also
auf nach Volterra! Über Pontadera und einen kurzen nicht lohnenswerten
Thermenabstecher trafen wir in Volterra, einer mittelalterlichen wunderschönen
Stadt 522 m hoch gelegen ein. Hier sahen wir steile kleine Gassen mit dunklen
Wohnungen. Auf den Piazzas treffen sich Touristen wie auch Italiener. Herrliche
kleine Geschäfte und Restaurants sind hier zu entdecken. In einer Seitengasse
ließen wir uns in einer wirklich winzigen Pizzabäckerei eine der besten Pizzen
dieser Erde schmecken. Auch die Volterraner kommen hier her, um sich Eierkuchen
und Pizzastücke abzuholen. Insgesamt ein super Flair.
Direkt am Fuße von Volterra
konnten wir dann auf einem Campingplatz unser Zweimannzelt auf Rädern parken.Am
nächsten Tag waren wir nach der vielen Fahrerei reif für eine Radtour. Von
Volterra nach San Gimignano und zurück, so lautete unser Plan. Wir fuhren über
kaum befahrene Straßen, die auch locker für Rennräder geeignet sind, zu dem
toskanischen Manhatten. Schon von weitem sahen wir die Geschlechtertürme von
San Gimignano (ist aber nicht s Versautes). Die Landschaft ist sanft hügelig
geschwungen und damit auch eine schöne Trainingsstrecke, um die überflüssigen
Kalorien der toskanischen Küche wieder los zu werden. Das letzte Stück in die
Zielstadt gestaltet sich dann etwas befahrener und auch konditionell etwas
anstrengender. Aber wir wurden durch gigantische Gebäude inmitten einer etwas
düster romantischen Stadt belohnt. Als besonders sehenswert empfanden wir das
Foltermuseum inmitten der Stadt. Wahrscheinlich gehört diese Sammlung zu einer
der ausführlichsten in ganz Europa. Wir verließen dieses Museum froh, nicht
mehr im Mittelalter und zumindest aktuell entfernt von solchen noch
praktizierten Methoden zu leben. Der Rückweg gestaltete sich nicht ganz so
schön, da wir auf einer befahrenen etwas kürzeren Strecke zurückfuhren.
Besonders der Aufstieg nach Volterra war schon etwas für Fortgeschrittene. Wir
wurden aber von den italienischen Autofahrern zum Durchhalten mittels Hupen und
Winken angespornt (oder meinten die doch was anderes?????). Das Gefühl eine
solche Strecke geschafft zu haben war einfach super und so belohnten wir uns in
unserer Stammpizzeria wieder mit einer Super Pizza. Wir verließen noch am
gleichen Abend Volterra und nahmen von einer uns liebgewordenen Katze Abschied.
Am Fuße von Monteriggioni übernachteten wir und versuchten, uns am sagenhaften
toskanischen Sternenhimmel zu orientieren. Am nächsten Tag ging es dann nach
einem kurzen Abstecher auf der Burg weiter nach Siena.
<<Seitenanfang>>
Hier bewährte sich unser
Prinzip des Draußen-Parkens und Rein-Radelns wieder aufs Neue!! Der Piazza del
Campo gilt zurecht als einer der schönsten Plätze Italiens. Ansonsten ist
natürlich der Dom und das gesamte Straßenbild in Siena eine Sehenswürdigkeit.
Allerdings ging uns die wirklich extreme Touristenmasse dann doch so auf die
Nerven, dass wir uns aus Siena zurückzogen und weiter nach Florenz der
Hauptstadt der Toskana fuhren. Hier campten wir auf einem der schönsten
Campingplätze Italiens. Fährt man nach Fiesole, der etruskischen
Vorläuferstadt von Florenz, so hat man eine wunderbare Aussicht auf Florenz mit
einem wirklich unbeschreiblichen nächtlichem Lichtermeer!. Am Morgen erkundeten
wir dann erst Fiesole mit Fahrrad und sahen uns etruskische
Bäder und Theater in dem lokalen Museum an. Danach düsten wir in
rasantem Tempo ins römische Florenz hinunter. Hier kann man in Kauf-
und Besichtigungsrausch geraten. Geschäfte- meist recht teuer- und Museen und
Galerien an allen Ecken. Aber ein absolut lebendiges und quirliges Flair.
Sehenswert ist auf alle Fälle der Dom und das etruskisch-römische Museum
sollte man nicht verpassen; wir waren einfach zu müde dafür. Abends hieß es
nach e iner wahnsinnig steilen Auffahrt (nicht für geübte Biker, aber für (Anfangsbiker)
zum Campingplatz in Fiesole zuerst in eine super angenehme Dusche und dann nach
Bologna! Leider erlebten wir die Stadt nur abends. Aber es war beeindruckend was
für eine junge und frische Atmosphäre in Bologna herrscht trotz der alten und
manchmal etwas monumental wirkenden Gebäude. Außerdem lernten wir, dass die
Italiener wohl eine Vorliebe für schiefe Türme haben müssen. In Bologna gibt
es nämlich gleich zwei davon, die sich zueinander neigen! Und dieses Bild ist
eigentlich beeindruckender als in Pisa.
Ja,
nach einer kurzen Nacht und über einen erneuten Zwischenstopp diesmal in
Südtirol ging es zurück in ein kühleres Deutschland.
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